VDMA Konjunkturumfrage
Ein Artikel von Stefan Kuppinger, Computer&AUTOMATION
Ungeachtet der ins Stocken geratenen Weltwirtschaft und der Eurokrise haben sich die ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer auch im vierten Quartal 2011 behauptet. Das ermittelte der VDMA Ost in seiner Konjunkturumfrage.
Die aktuelle Konjunkturumfrage des VDMA-Landesverbandes Ost unter 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stimmt zuversichtlich. „Trotz des zyklischen und damit erwartungsgemäß verlangsamten Wachstumstempos zum Jahresende, war 2011 ein zufriedenstellendes Jahr“, resümiert Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbands Ost. Beispielsweise lagen die Kapazitätsauslastung und Auftragsreichweite auf dem guten Niveau des zweiten Quartals. Nach oben zeigen zudem die Umsatzrendite, Geschäftserwartungen und Personalplanungen.
Nach vorläufigen Schätzungen des VDMA-Ost erzielte der ostdeutsche Maschinenbau rund 14 Milliarden Euro Umsatz in 2011. Das entspricht rund 7 Prozent des für 2011
erwarteten Gesamtumsatzes (Ost und West) von etwa 193 Milliarden Euro.
Unternehmer beklagen Rahmenbedingungen
Probleme bereiten den Unternehmen nach wie vor Randbedingungen wie langwierige Vertragsverhandlungen, die diskontinuierliche und kurzfristige Auftragsvergabe, lange Lieferzeiten und kaum zumutbare Zahlungsbedingungen seitens der Zulieferer. Hinzu kommen steigende Kosten für Material, Energie und Rohstoffe sowie das Thema „Preisdumping“, um Marktanteile gewinnen oder halten zu können. „Trotz der anhaltenden Probleme sowie Unwägbarkeiten sieht der Großteil der befragten Unternehmen eher zuversichtlich in die Zukunft“, so Pätz. Knapp 90 Prozent der Befragten erwarten für das erste Quartal 2012 gleichbleibende oder bessere Geschäfte.
Eine detaillierte Auswertung der Konjunkturbefragung haben wir in einer Bilderstrecke zusammengefasst.
Konjunkturumfrage des VDMA-Ost:
Kapazitätsauslastung der Unternehmen im vierten Quartal 2011 von 93 Prozent
auf 91,4 Prozent leicht zurückgegangen. Dies entspricht dennoch einem sehr
guten Wert – der langjährige Durchschnitt liegt bei 86 Prozent.
und Projekte sowie die gute Ausgangsbasis zu Jahresbeginn haben sich nachteilig
den Auftragsbestand im 4. Quartal 2011 ausgewirkt. 74 Prozent der Unternehmen
wiesen im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten einen besseren oder
gleichbleibenden Auftragsbestand auf. Im vorangegangenen Quartal sagten das
noch 80 Prozent.
fortgesetzt. Im vierten Quartal 2011 erreichten etwa 89 Prozent der Firmen
und damit vier Prozent mehr als im 3. Quartal 2011 eine Rendite. Dennoch:
Trotz der positiven Entwicklung der anderen Indikatoren agieren knapp
11 Prozent der Unternehmen in der Verlustzone.
Unternehmen sieht den ersten drei Monaten des neuen Jahres zuver-
sichtlich entgegen. 89 von 100 Firmen erwarten gleichbleibende oder
bessere Geschäfte. In Q3/11 waren es 85 Prozent. Im Vergleich zum
Vorquartal sank zudem die Zahl der Unternehmen, die ihre Geschäfts-
aussichten skeptisch einschätzen. Nur noch 11 Prozent sind pessimistisch
gegenüber 15 Prozent im Q3/2011.
Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Ertragslage im 1. Quartal 2012
unverändert bleibt. Leicht gestiegen auf 9,7 Prozent ist dagegen die Zahl
der Unternehmen, die mit einem Rückgang der Ertragslage rechnen
(Q3/2011: 8,3 Prozent).
